Vogelart - Seidenschwanz
Seidenschwanz (Bombycilla garrulus)


Aussehen
Der Vogel wird etwa 18 bis 21 cm groß und besitzt eine markante Federhaube. Das Gefieder ist überwiegend graubraun mit schwarzer Augenmaske, schwarzer Kehle und gelber Schwanzspitze. Auffällig sind außerdem rote, wachsig wirkende Spitzen an einigen Flügelfedern. Männchen und Weibchen sehen fast gleich aus.
Nahrung
Im Herbst und Winter frisst der Seidenschwanz hauptsächlich Beeren, darunter Ebereschen-, Wacholder- und Mistelbeeren. Auch Äpfel und Birnen werden gefressen. Während der Brutzeit ernährt er sich überwiegend von Insekten, die im Flug gefangen werden. Dank seiner großen Leber kann er sogar vergorene Früchte gut vertragen.
Lebensraum
Der Seidenschwanz bevorzugt lichte Nadel- und Mischwälder der Taiga, oft in Gewässernähe. Im Winter erscheint er auch in Parks, Friedhöfen und Stadtrandgebieten mit vielen beerentragenden Sträuchern.
Nestbau
Das napfförmige Nest wird meist hoch in Bäumen gebaut und besteht aus Gras, Moos, Haaren und Zweigen. Das Weibchen legt vier bis sechs Eier und brütet diese etwa zwei Wochen lang aus. Die Jungvögel verlassen nach rund 15 bis 17 Tagen das Nest.


Verbreitung
Die Art ist in der gesamten Taigazone von Nordskandinavien bis Kanada verbreitet. In Mitteleuropa erscheint der Seidenschwanz meist nur im Winter, teilweise invasionsartig in großen Schwärmen.
Bestand
Der Bestand gilt derzeit als stabil und die Art ist nicht gefährdet. Die Anzahl der Wintergäste in Mitteleuropa schwankt jedoch stark je nach Nahrungsangebot im Norden.
Feinde
Zu den natürlichen Feinden zählen Greifvögel und andere Beutegreifer. Besonders während der Brutzeit sind Eier und Jungvögel gefährdet. Große Schwärme bieten jedoch einen gewissen Schutz vor Feinden.
Besonderheiten:
Der Seidenschwanz wurde früher wegen seines plötzlichen Auftretens als Unglücksvogel angesehen. Im Niederländischen heißt er deshalb noch heute „Pestvogel“. Seine roten Flügelspitzen führten außerdem zum englischen Namen „Bohemian Waxwing“.
